Bio, Qualität

Demeter: Bio und mehr!

Demeter Logo

«Demeter» ist ein weltweit anerkanntes Qualitätslabel und verfügt über die strengsten Richtlinien für die biologische Landwirtschaft. Der 1927 gegründete Demeter-Verband orientiert sich dabei am «Landwirtschaftlichen Kurs» von Rudolf Steiner (1861–1925) und regelt verschiedenste Bereiche von Anbau bis Verpackung. Vergeben wird das Label hauptsächlich für Lebensmittel, aber auch für Kosmetikprodukte.

Die Grundsätze

Der Name «Demeter» entspringt der gleichnamigen griechischen Göttin der Fruchtbarkeit und des Ackerbaus. Das Label garantiert biologisch-dynamische Methoden im gesamten Anbauprozess. Die Demeter-Richtlinien beinhalten jedoch auch Vorgaben zu Herstellungs-, Verarbeitungs- sowie Vertriebsprozessen. Daraus resultiert allerhöchste Qualität, sowohl beim Kaffee als auch bei anderen Lebensmitteln oder gar Kosmetikprodukten.

Im Zentrum der Demeter-Richtlinien steht die ökologische, wirtschaftliche und soziale Verantwortung. Die Betriebe verzichten vollständig auf chemisch-synthetische Substanzen oder Zusatzstoffe und dürfen selbst natürliche Zusätze nur bei einer unbedingten Notwendigkeit einsetzen. Aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes ist es nicht möglich, auf einem Hof nur einzelne Produkte zertifizieren zu lassen, weshalb eine Umstellung des gesamten Betriebes erforderlich ist. Unabhängige, staatlich kontrollierte Kontrollstellen prüfen die Betriebe jährlich auf die Einhaltung der Richtlinien.

Der Unterschied

Demeter ist Bio und mehr. Ein Lebensmittel darf als «Bio» bezeichnet werden, wenn in der gesamten Produktionskette die Mindestanforderungen der gesetzlichen Verordnungen eingehalten worden sind. In der Schweiz ist dies die «Verordnung über die biologische Landwirtschaft und die Kennzeichnung biologisch produzierter Erzeugnisse und Lebensmittel». Auch wenn diese Verordnung eine gute Basis darstellt, sind viele Regelungen eher schwammig formuliert und – je nach subjektiver Einschätzung – tief angesetzt. Ich möchte dazu ein brisantes Beispiel nennen:

Du kaufst ein Bio-Ei, da dir das Tierwohl am Herzen liegt. Tatsächlich lebt die Legehenne, deren Ei du kaufst, unter besseren Bedingungen als eine Legehenne aus einem konventionellen Betrieb. Aber ist dir bewusst, dass der Bruder dieser Legehenne direkt nach dem Schlüpfen geschreddert, vergast oder eingeschläfert wurde? Das ist das Schicksal von männlichen Küken in Schweizer Bio-Betrieben, da diese in der Eier-Produktion keine Verwendung finden. (Bemerkung: Das Parlament entschied Ende 2019 zumindest das Schreddern zu verbieten.)

Demeter ist das erste Label, welches die Kükentötung komplett verbietet. Unter dem Projektnamen «Hahn im Glück» führte Demeter 2019 neue Richtlinien ein, sodass alle männlichen Demeter-Küken aufgezogen werden.

Ebenfalls bemerkenswert ist die Liste der erlaubten Hilfs- und Zusatzstoffe. Bei Demeter ist die Liste gerade mal 3.5 Seiten lang, ca. 60 Einträge. Die gesetzliche Bio-Verordnung führt gar keine Liste, sondern schränkt die erlaubten Hilfs- und Zusatzstoffe durch Kriterien ein. Sie müssen beispielsweise in der Natur vorkommen. Ein Stoff ist auch zugelassen, wenn keine Alternativen zur Verfügung stehen. Der Ansatz ist hier also ganz anders und eine allfällige Liste wäre somit um ein Vielfaches länger.

Diese Beispiele zeigen, dass die gesetzlichen Verordnungen wohl dem ein oder anderen zu wenig weit gehen oder Dinge zulassen, die man sich unter «Bio» nicht vorgestellt hätte. Ich möchte hier keine Auflistung von unzähligen Beispielen machen, die oben erwähnten sollten aber zur Eigenrecherche anregen.

Ich fasse die wichtigsten Unterschiede zwischen Bio-Verordnung und Demeter zusammen:

  • Obligatorische Tierhaltung: Um den Kreislauf aufrechtzuerhalten müssen Tiere gehalten werden oder zumindest ein Austausch von Futter und Mist stattfinden. Keine Vorgaben seitens Bio-Verordnung.
  • Demeter erlaubt nur unverzichtbare Zusatzstoffe, die von der Bio-Verordnung alle als «unbedenklich» eingestuft wurden.
  • Volldeklaration: Es müssen alle Inhaltsstoffe angegeben werden. Keine Regelung in der Bio-Verordnung. Daher gilt die «Verordnung des EDI über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln», in der Ausnahmen definiert sind.
  • Bei der Tierhaltung muss 100% Bio-Futter sein, 2/3 davon Demeter, 50% vom eigenen Hof. Die Bio-Verordnung erlaubt unter Umständen einen begrenzten Anteil an nicht-biologischen Futtermitteln.
  • Die Enthornung von Kühen ist bei Demeter verboten, zulässig nach Bio-Verordnung.
  • Männliche Küken werden aufgezogen (Hahn im Glück – wurde weiter oben erklärt)

Demeter-Kaffee

Demeter-Kaffee unterliegt natürlich denselben Richtlinien wie alle anderen Lebensmittel. Er unterscheidet sich von anderen Bio-Kaffees also beispielsweise aufgrund der Düngermittel, Anbauzeiten, Pflanzenschutzmittel und vielem mehr. Hervorzuheben ist die Fruchtbarkeitsförderung des Bodens, die auf das gesamte Ökosystem einen Einfluss hat.

Spezifische Vorschriften zum Kaffee-Röstverfahren gibt es nicht. Die Demeter-Konvention beinhaltet jedoch folgende Textpassage: «Durch die Verarbeitung sollen Demeter-Produkte in ihrer Qualität, in ihrem eigenen Charakter erhalten und gefördert werden. Denn die Verarbeitung ist ein Veredelungsprozess, bei dem die biologisch-dynamisch erzeugte Qualität der Rohstoffe ihre Fortsetzung findet. Verarbeitungsprozesse prägen die Qualität der Produkte. Ziel ist deshalb eine dem Produkt gemässe, auf die umfassenden Bedürfnisse des Menschen ausgerichtete Verarbeitung.»

Da Demeter-Röstereien sich diesen Grundsätzen verpflichtet fühlen, werden die Kaffees besonders schonend geröstet. Mehr zu diesem Qualitätsmerkmal findest du hier.

Demeter-Kaffee unterliegt natürlich auch den Vorschriften zu Verpackungen. Dabei gibt es ausdrücklich verbotene Verpackungsmaterialien, wie zum Beispiel PVC. Weiter besteht eine Liste mit zugelassenen Materialien – auch diese ist wieder sehr kurz. Papier etwa ist zugelassen, es muss aber chlorfrei sein. Die Verpackungen unserer Kaffees DELOSPRESSO BRASILE und DELOSPRESSO LATINO sind ein Beispiel dafür.

DELOSPRESSO BRASILE Kaffee Produktbild
DELOSPRESSO LATINO Kaffee Produktbild

Biodynamisch

demeter - biodynamisch seit 1924

Wie der Begriff «biologisch-dynamisch» oder kurz «biodynamisch» vermuten lässt, handelt es sich um eine Erweiterung des Begriffs «biologisch». Während das Ziel der biologischen Landwirtschaft unter anderem darin besteht, die Umwelt zu schützen, Pflanzenschutzmittel zu vermeiden und organischen Dünger zu verwenden, möchte die biodynamische Landwirtschaft zudem einen selbsterhaltenden und sich selbst regelnden Organismus schaffen.
In der biodynamischen Landwirtschaft sind Boden, Pflanzen, Tiere und Menschen Teil eines Kreislaufs mit gegenseitigen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten. Dieser Kreislauf beginnt im regen Bodenleben, wo durch dessen Fruchtbarkeit nährstoffreiche und widerstandskräftige Pflanzen heranwachsen und sowohl Menschen als auch Tieren als Nahrungsmittel zur Verfügung stehen. Die Tiere sorgen für den natürlichen Dünger und der Mondstand bestimmt die Anbau-Zeitpunkte. Einfacher ausgedrückt kann man sagen, dass der Hof einen Organismus darstellt, dessen Organe (Mensch, Pflanze, Tier und Boden) einander brauchen und perfekt zusammenspielen.

Anthroposophie

Anthroposophie bezeichnet eine von Rudolf Steiner begründete Weltanschauung. Das von ihm oft verwendete Synonym «Geisteswissenschaft» lässt erkennen, dass es sich dabei unter anderem um spirituelle, esoterische und mystische Theorien handelt. Steiner versuchte, diese und weitere Lehren mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen seiner Zeit zu verbinden. Zusammengefasst geht es um eine Philosophie, vor deren Hintergrund 1924 die Theorie der biodynamischen Landwirtschaft entstand.

Fazit

Demeter-zertifizierte Lebensmittel gehören zu den qualitativ hochwertigsten, die man finden kann. Als Konsumentin und Konsument steht man aus ethischer und gesundheitlicher Sicht absolut auf der sicheren Seite, bei tierischen als auch bei pflanzlichen Produkten. Auch Demeter-Kaffee unterscheidet sich deutlich von Bio- oder konventionellem Kaffee. Man tut nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern auch der Umwelt, der Entwicklung der biologisch(-dynamischen) Landwirtschaft, den Tieren und Pflanzen sowie den Produzentinnen und Produzenten.

Tipp: Eine Demeter-Kaffeeplantage zu besuchen, ist vielleicht nicht ganz so einfach. Aber versuche doch Mal, auf einem Hof in der Schweiz vorbeizuschauen 🙂 Demeter-Höfe findest du hier.

Links

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